Bevor es Emails, SMS oder Telefone gab, hatte man nicht viele Möglichkeiten sich nette Worte zu sagen. In diesen Zeiten entstanden einige, sehr bekannte Liebesbriefe, von denen wir Ihnen zwei ganz besonders schöne vorstellen möchten.
Charlotte von Lengefeld schrieb an Friedrich Schiller:
Mein Herz sehnt sich nach diesem Abend. Nur ein Laut von Dir, mein Liebster, und es wird mir wohl! Was machst Du bei der entsetzlichen Hitze? Mir ist wo warm, ich bin kraftlos; aber Kräfte des Geistes bedarf man hier nicht, und ich bin so stille und lasse mich gehen und lasse die andern reden. Welch ein anderes schönes Leben ist es mit Dir, Du Liebster! O dass Du immer fühlen könntest, wie viel Du mir gibst! Ich kann dies so wenig sagen, denn meine Gefühle sind so still; ich denke oft, wie viel ich Dir zu sagen hätte, Dich zu fragen, und ich sage doch so wenig, aber ich lebte immer so einsam; was ich dachte, teilte ich nur mit aus Furchtsamkeit, und daher wird es mir oft schwer, über die Dinge zu sprechen; es wird sich aber geben, der längere Umgang mit Dir wird mir mehr Selbstvertrauen geben. Alles schläft schon um mich her, aber ich kann nicht eher ruhen, bis ich Dir, teurer Liebster, einen guten Abend gesagt habe, jetzt schläfst Du wohl; ach mir ist's immer, als müsste ich Dich aufsuchen, als hörte ich den Laut Deiner Stimme. Ohne Eich ist das Leben mir nur ein Traum; ich bin nie da, wo ich scheinbar bin, sondern meine Seele, meine besten, wärmsten Gefühle sind nach Dir hin gerichtet. Wie lebst Du? Um unserer Liebe willen strenge Dich nicht zu sehr an, mein einziger Lieber, arbeite nicht zu viel; es kann mir so Angst werden, dass Du Dir doch wirklich schaden könntest.
Ludwig von Beethoven schrieb an seine „unsterbliche Geliebte“:
Schon im Bette drängen sich die Ideen zu dir, meine unsterbliche Geliebte, hier und da freudig, dann wieder traurig, vom Schicksale abwartend, ob es unß erhört – Leben kann ich entweder nur ganz mit dir oder gar nicht, ja ich habe beschlossen, in der Ferne so lange herumzuirren, bis ich in deine Arme fliegen kann und mich ganz heimathlich bei dir nennen kann, meine Seele von dir umgeben ins Reich der Geister schicken kann. – Ja leider muß es seyn – du wirst dich fassen, umsomehr da du meine Treue gegen dich kennst, nie kann eine andere mein Herz besitzen, nie – nie – o Gott, warum sich entfernen müssen, was man so liebt, und doch ist mein Leben in W. so wie jetzt ein kümmerliches Leben – deine Liebe machte mich zum glücklichsten und zum unglücklichsten zugleich – in meinen Jahren jetzt bedürfte ich einiger Einförmigkeit Gleichheit des Lebens
– kann diese bei unserm Verhältnisse bestehen?
– Engel, eben erfahre ich, daß die Post alle Tage abgeht – und ich muß daher schließen, damit du den B. gleich erhälst. – Sei ruhig, nur durch ruhiges Beschauen unseres Daseins können wir unsern Zweck zusammen zu leben erreichen
– sei ruhig – liebe mich – heute – gestern – welche Sehnsucht mit Thränen nach dir
– dir – dir – mein Leben – mein alles
– leb wohl – o liebe mich fort – verkenne nie das treuste Herz deines geliebten L.
ewig dein
ewig mein
ewig unß.
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