Weihnachtsgedichte

Zu einem besinnlichen und traditionellen Weihnachtsfest gehört ein Gedicht, das vor der Bescherung vorgetragen wird. Finde hier - neben den Klassikern der Weihnachts-Lyrik - auch kurze und lustige Gedichte, die es wert sind an Heiligabend vorgelesen zu werden.
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Weihnachtsgedichte für die schönste Jahreszeit

Weihnachten

Zwar ist das Jahr an Festen reich, Doch ist kein Fest dem Feste gleich, Worauf wir Kinder Jahr aus Jahr ein Stets harren in süßer Lust und Pein.

O schöne, herrliche Weihnachtszeit, Was bringst du Lust und Fröhlichkeit! Wenn der heilige Christ in jedem Haus Teilt seine lieben Gaben aus.

Und ist das Häuschen noch so klein, So kommt der heilige Christ hinein, Und Alle sind ihm lieb wie die Seinen, Die Armen und Reichen, die Großen und Kleinen.

Der heilige Christ an Alle denkt, Ein Jedes wird von ihm beschenkt. Drum lasst uns freu'n und dankbar sein! Er denkt auch unser, mein und dein.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Zu Bethlehem, da ruht ein Kind

Zu Bethlehem, da ruht ein Kind, Im Kripplein eng und klein, Das Kindlein ist ein Gotteskind, Nennt erd' und Himmel sein. Zu Bethlehem, da liegt im Stall, Bei Ochs und Eselein, Der Herr, der schuf das Weltenall, Als Jesukindchen klein. Von seinem gold'nen Thron herab Bringt's Gnad und Herrlichkeit, Bringt jedem eine gute Gab', Die ihm das Herz erfreut. Der bunte Baum, vom Licht erhellt, Der freuet uns gar sehr, Ach, wie so arm die weite Welt, Wenn's Jesukind nicht wär'! Das schenkt uns Licht und Lieb' und Lust In froher, heil'ger Nacht. Das hat, als es nichts mehr gewußt, Sich selbst uns dargebracht. Oh, wenn wir einst im Himmel sind, Den lieben Englein nah, Dann singen wir dem Jesukind Das wahre Gloria.

Annette von Droste-Hülshoff

Der Stern

Hätt' einer auch fast mehr Verstand als wie die drei Weisen aus Morgenland und ließe sich dünken, er wäre wohl nie dem Sternlein nachgereist, wie sie; dennoch, wenn nun das Weihnachtsfest seine Lichtlein wonniglich scheinen lässt, fällt auch auf sein verständig Gesicht, er mag es merken oder nicht, ein freundlicher Strahl des Wundersternes von dazumal.

Wilhelm Busch

Vom Christkind

Denkt euch, ich habe das Christkind gesehn! Es kam aus dem Walde, das Mützchen voll Schnee, mit gefrorenem Näschen. Die kleinen Hände taten ihm weh; denn es trug einen Sack, der war gar schwer, schleppte und polterte hinter ihm her  was drin war, möchtet ihr wissen? Ihr Naseweise, ihr Schelmenpack, meint ihr, er wäre offen, der Sack? Zugebunden bis oben hin! Doch war gewiß was Schönes drin: es roch so nach Äpfeln und Nüssen!

Anna Ritter

Knecht Ruprecht

Von drauss’ vom Walde komm ich her; Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr! Allüberall auf den Tannenspitzen Sah ich goldene Lichtlein sitzen; Und droben aus dem Himmelstor Sah mit grossen Augen das Christkind hervor, Und wie ich so strolcht’ durch den finstern Tann, Da rief’s mich mit heller Stimme an:

„Knecht Ruprecht“, rief es, "alter Gesell, Hebe die Beine und spute dich schnell! Die Kerzen fangen zu brennen an, Das Himmelstor ist aufgetan, Alt’ und Junge sollen nun Von der Jagd des Lebens einmal ruhn; Und morgen flieg’ ich hinab zur Erden, Denn es soll wieder Weihnachten werden!

Ich sprach: „O lieber Herr Christ, Meine Reise fast zu Ende ist; Ich soll nur noch in diese Stadt, Wo’s eitel gute Kinder hat.“ -

„Hast denn das Säcklein auch bei dir?“

Ich sprach: „Das Säcklein das ist hier: Denn Äpfel, Nuss und Mandelkern Fressen fromme Kinder gern.“ -

„Hast denn die Rute auch bei dir?“

Ich sprach: „Die Rute, die ist hier: Doch für die Kinder nur, die schlechten, Die trifft sie auf den Teil den rechten.“

Christkindlein sprach:„So ist es recht; So geh mit Gott, mein treuer Knecht!“

Von drauss’ vom Walde komm ich her; Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr! Nun sprecht, wie ich’s hier innen find’! Sind’s gute Kind’, sind’s böse Kind

Theodor Storm

Einsiedlers Heiliger Abend

Ich hab' in den Weihnachtstagen - Ich weiß auch, warum - Mir selbst einen Christbaum geschlagen, Der ist ganz verkrüppelt und krumm.

Ich bohrte ein Loch in die Diele Und steckte ihn da hinein Und stellte rings um ihn viele Flaschen Burgunderwein.

Und zierte, um Baumschmuck und Lichter Zu sparen, ihn abends noch spät Mit Löffeln, Gabeln und Trichter Und anderem blanken Gerät.

Ich kochte zur heiligen Stunde Mir Erbsensuppe mit Speck Und gab meinem fröhlichen Hunde Gulasch und litt seinen Dreck.

Und sang aus burgundernder Kehle Das Pfannenflickerlied. Und pries mit bewundernder Seele Alles das, was ich mied.

Es glimmte petroleumbetrunken Später der Lampendocht. Ich saß in Gedanken versunken. Da hat's an die Türe gepocht,

Und pochte wieder und wieder. Es konnte das Christkind sein. Und klang's nicht wie Weihnachtslieder? Ich aber rief nicht: "Herein!"

Ich zog mich aus und ging leise Zu Bett, ohne Angst, ohne Spott, Und dankte auf krumme Weise Lallend dem lieben Gott.

Joachim Ringelnatz

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